Mein Aufenthalt in Korea

Vorstellungen

Wenn man sich dazu entscheidet in ein Land wie Suedkorea zu gehen, sollte man keine Angst vor neuen Sitten und Gewohnheiten mitbringen. Ueberall trifft man auf neue, ungewoehnliche Dinge sowohl auf der Strasse als auch in koreanischen Familien und einfach ueberall.

Koreanische Lebensweise und Essen

Essen in KoreaKoreanische Wohnungen haben zum Beispiel oft keine Stuehle oder Betten. Da die meisten Wohnungen Fussbodenheizung haben, schlafen die Koreaner lieber auf auf dem Boden ausgebreiteten Decken und meiner Meinung nach viel zu harten Kissen (aber sie schlafen ja auch auf den harten Boeden).
Stuehle gibt es hier oft auch nicht. Wozu auch, wenn man sich doch auf den Boden setzten kann?!? Man setzt sich hier also gemeinsam auf den Boden um einen Tisch und beginnt zu essen. Normalerweise beginnen erst die aeltesten Maenner mit dem Essen. Sobald die angefangen haben, duerfen alle anderen auch essen. Gegessen wird in Korea aber auch ganz anders als bei uns in Deutschland. Auf dem Tisch stehen viele, verschiedene Schuesseln mit verschiedenen Beilagen wie z.B. Sojabohnensprossen, Kim (getrocknete Algenblaetter), Fisch, Fleisch und noch vieles mehr.

Was aber auf keinen Fall zum taeglichen Reis (und es gibt ihn wirklich jeden Tag von morgens bis abends) fehlen darf, ist Kimchi. Kimchi ist ein in scharfer Sauce eingelegter Chinakohl und ein Muss fuer jedes Essen. Auch wenn Koreaner mal Spaghetti essen gehen, bestellen sie meistens Kimchi dazu. Jedenfalls die aeltere Generation, die Juengere kann das auch schon ohne Kimchi essen.

Da es so viele verschiedene Beilagen gibt, bekommt nicht jeder seinen eigenen Teller und fuellt sich auf was man essen moechte, sondern jeder bekommt seine eigene Schuessel Reis und der Rest wird gemeinsam aus ein und denselben Schaelchen gegessen. Diese Essmethode wird sowohl bei den Leuten zu Hause als auch in Restaurants genutzt und ueberall ist man mit Staebchen und Loeffel.
In den meisten Restaurants gibt es die Moeglichkeit an Tischen zu sitzen, sodass einem selbst ueberlassen wird ob man lieber auf dem Boden sitzt oder auf Stuehlen. Entscheidet man sich allerdings fuer den Boden, dann werden vorher jedoch die Schuhe ausgezogen. Das gilt auch fuer Betreten von Wohnungen.

Koreanischer Aberglauben

Was auch sehr interessant ist, sind die Aberglauben der Koreaner. Zum Beispiel sollte man seinen Loeffel immer nur mit der abgerundeten Seite auf den Tisch legen. Sollte man dies nicht machen, wird einem sehr viel Geld verloren gehen. Ist doch klar, oder? Wenn man mit aelteren Koreanern am Tisch sitzt und den Loeffel falsch herum auf den Tisch legt, wird aber auch darauf hingewiesen.

Die Koreaner an sich

Koreaner sind sehr hoeflich (meistens jedenfalls 😉 ). Schon alleine bei der Sprache existieren 5 verschiedene Hoeflichkeitsformen, d.h. es macht also einen Unterschied ob man mit Verwandtschaft, Unbekannten oder Freunden spricht.

Wenn man einer aelteren Person was ueberreicht, macht man dies immer mit beiden Haenden. Man kann die Sache mit beiden Haenden festhalten oder aber mit einer Hand an den anderen Arm fassen und die Sache so ueberreichen. So macht man es eigentlich auch, wenn man Alkohol eingeschuettet bekommt und sein Glas hin haelt.

Alkohol

Ein ganz beruehmtes, alkoholisches Getraenk hier in Korea ist Soju. Ist natuerlich wieder irgendwas aus Reis wie sehr vieles hier. Soju ist ein Schnaps und schmeckt ungefaehr wie Steinhaeger und Korn zusammen. Naja oder sowas in der Art jedenfalls. Schmeckt jedenfalls nicht wirklich gut, aber alle trinkens. Aber das liegt wohl daran, dass man davon gut voll werden kann und der Schnaps dazu auch noch sehr billig ist (0,3 l = ca.1 Euro).
Zum (Be)Trinken treffen sich Koreaner meistens in einem Restaurants (Restaurants sind hier nicht so „edel“ wie bei uns) zu einem leckeren Essen oder gehen in eine Noraebang. Noreabang sind Raeume, in denen man Karaoke singen kann. Sind auch garnicht teuer und gibts wie Sand am Meer.

Feiertage

Tempel in KoreaFeiertage gibts hier in Korea auch komplett andere als bei uns.
Weihnachten und Silvester wird hier eher weniger gefeiert, d.h. auf Weihnachten gibts keine Geschenke und auf Silvester kein Feuerwerk. Dafuer gibt es hier Neujahr im Februar (nach dem chinesischen Kalenderjahr) oder das Fest Tschusok im September, so eine Art Erntedankfest. Diese Feste dienen aber meistens dazu, den Verstorbenen Dank zu erweisen. An diesen Tagen wird sehr viel Essen vorbereitet und die Familien kommen bei einem Familienmitglied zusammen. Am Feiertag selbst wird dann das Essen auf einem Tisch aufgebaut und die Koreaner gehen auf die Knie, stehen wieder auf und verbeugen sich nochmal. Dies machen aber meistens nur die Maenner. Nach dieser Zeremonie wird dann gegessen und anschliessend werden die Graeber der Verwandten besucht.
Auch Feiern wie Hochzeiten laufen hier sehr anders ab. Die Zeremonie im weissen Kleid und im Anzug beschraenkt sich auf ungefaehr eine halbe Stunde. Aber nichtmals waehrend dieser halben Stunde koennen die Leute ruhig sein. Sie unterhalten sich angeregt ueber dies und jenes, machen Fotos mit ihren Handys und keiner hoert dem Pfarrer (ein richtiger Pfarrer ist es eigentlich nicht) zu. Ganz komisch.
Zu einer koreanischen Hochzeit kann eigentlich jeder kommen. Eingeladenen und Nichteingeladene, die grad mal gehoert haben, dass ne Hochzeit stattfindet und doch eigentlich Hunger haben. Also nichts wie hin. Gegessen werden kann vor der Zeremonie, waehrend der Zeremonie (in dem man einfach nicht hingeht) oder nach der Zeremonie. Ist eigentlich alles egal.
Das Interessante an einer koeranischen Hochzeit ist die Tradition nach der Vermaehlung. Das Ehepaar zieht sich einen Hanbok (koreanische, traditionelle Gewaender) an und man geht in einen Raum mit Tante, Onkel usw. (aber nur die Verwandten des Braeutigams). Diese verbeugen sich voreinander, trinken einen Schnaps und sprechen Wuensche fuer die Zukunft aus.

„Geld verdienen“

Also natuerlich gibt es hier ganz normale Moeglichkeiten sein Geld in irgendwelchen Bueros und so zu finden, so wie in Deutschland eben auch. Aber was mir sehr aufgefallen ist, was es in Deutschland nicht so gibt, sind andere Moeglichkeiten des Geldverdienens. Man kann es eigentlich garnicht richtig Geld verdienen nennen, finde ich.

Auf jeden Fall gibt es hier so viele kleine Laeden, die auch nicht so viele Kunden haben und die so einen Schmarn verkaufen, dass ich mich wirklich frage, wie solche Laeden erhalten bleiben koennen.

So wie es solche kleinen Laeden gibt, setzen sich die Leute auch an die Strasse und verkaufen da ihren Kram. Sie stellen dort garnicht viel auf, bloss das, was sie zu verkaufen haben (wenns auch nur Kugelschreiber oder so sind). Aber so ist das hier in Korea, so verdienen sich die Leute ihren Lebensunterhalt….

Was hier auch noch sehr interessant ist, ist das Leben in der S-Bahn. In der S-Bahn ist es oft so, dass dort blinde Leute versuchen, sich ein wenig Geld zu erbetteln. Sie tragen dann meist ein Radio um den Hals, wo dann irgendne Musik rauskommt. Quasi um sich bemerkbar zu machen. Dann gehen sie halt langsam durch die S-Bahn und halten dabei ihren Bettelpott hin. Ist manchmal echt nicht so leicht, vor allem weil die S-Bahnen hier auch oft ueberfuellt sind.

Dann gibt es in der S-Bahn noch (meistens) Omas, die da mit einem Rucksack durchlaufen und versuchen Kaugummis zu verkaufen. Aber sonderlich viel verdienen sie damit auch nicht, weil eine Kaugummipackung ca. 80 cent kostet.

Zum Schluss gibts noch ganz „normale“ Verkauefer. Die versuchen irgendwelche Musik Cd’s zu verkaufen und spielen dann halt immer ein paar Lieder vor.

Also ist wirklich sehr interessant hier wie die Leute sich hier ihr Geld verdienen, wobei ich sagen muss, dass man da manchmal schon ein bisschen Mitleid bekommt.

Das koreanische Alter

Busan in Korea…..das ist absolut erlogen. Ich bin ja eigentlich erst 19 und „geplant“ ist ja eigentlich, dass ich erst im Mai 20 werde. Aber hier bin ich schon 21 Jahre alt. Warum?!?
Also wenn man in Korea auf die Welt kommt, ist man bereits 1 Jahr alt. Versteh ich zwar nicht, weil man nichtmals einen Tag auf der Welt verbracht hat, ist aber so. Und wenn dann auch noch ein neues Jahr anfaengt, kann man schon wieder ein Jahr draufzaehlen. Da wir also schon das Jahr 2005 haben, bin ich bereits 21 Jahre alt. Aber so sind die Koreaner, in vielen Dingen eben einfach anders :-). Deswegen frage ich die Leute nicht mehr nach dem Alter sondern nach deren Geburtsjahr, das macht das alles doch wesentlich einfacher.

Seoul, die Hauptstadt Suedkoreas

Seoul ist riesig, vor allem wenn man aus nem kleinen Dorf kommt. In dieser Stadt ist immer was los und vor allem am Wochenende rennt man sich hier nur um. Die S-Bahnen sind ueberfuellt. Man steht sehr kuschelig warm aneinander und kann sich oft keinen cm mehr bewegen. Zum Rausgehen bieten sich hier auch allerlei Kneipen und Clubs an und man findet immer irgendwo etwas, wo man einen netten Abend verbringen kann.

Ansonsten gibt es in Seoul aber auch anderes als Kneipen und Clubs, was man mal besuchen koennte, wie zum Beispiel Tempel, koreanische, alte Haeuser oder Maerkte. In Seoul gibt es wirklich viel zu sehen, aber natuerlich auch im Rest von Korea. Also sollte man mal nach Korea kommen, dann sollte man sich schon ein bisschen Zeit mitbringen.

Da Seoul eine sehr grosse Stadt ist, gibts hier innerhalb von Seoul eher weniger Natur, bis auf ein oder zwei Parks. Aber schon ein wenig ausserhalb von Seoul bieten sich Berge an, die besonders in der Herbstzeit total schoen sind, da hier in Korea sehr intensive Farbwechsel der Blaetter stattfinden.

Ich koennte jetzt noch viel mehr ueber Korea schreiben, weil es so vieles gibt, was mich erstaunt und fasziniert hat. Korea ist zwar kein Touristenland, aber eben ein Land mit voellig anderer Kultur und anderen Sitten. Also wenn ihr mal nicht wisst, wo ihr hinreisen sollt oder schon viele, andere Laender besucht hab, dann besucht einfach mal Korea. Also mich hats auf jeden Fall beeindruckt.

Falls ihr noch mehr dazu lesen wollt, dann schaut mal nach auf:

http://www.marinainkorea.de.vu/

oder wenns Fragen geben sollte, schreibt an

Marina


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